Der Blaue Reiter im Lehnbachhaus München

Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München
von Helmut Friedel, Annegret Hoberg

Gebundene Ausgabe, 296 Seiten, Prestel Verlag

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Der Blaue Reiter
im Lehnbachhaus

Faszinierend wie die Künstlergruppe um Wassily Kandinsky und Franz Marc an sich schon ist, ist auch die Anzahl der Möglichkeiten, mittels derer sich diesen Avantgarde-Künstlern genähert werden kann. Sei es als Kommentar zu einer Neuauflage des Ursprungsalmanachs Der Blaue Reiter, sei es als Wiedergabe der Beziehung von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, sei es als Veröffentlichung des Schriftwechsels zwischen Wassily Kandinsky und Franz Marc oder, wie im vorliegenden Fall, als Auseinandersetzung mit dem Blauen Reiter im Lenbachhaus München.

Weiterhin faszinierend ist dieser prachtvoll gestaltete Bildband wegen der Fülle an Arbeiten, die in beeindruckenden großformatigen Farbtafeln den Schaffensreichtum dieser doch recht kurzlebigen Künstlergemeinschaft dokumentieren.

Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, und Annegret Hoberg, Kuratorin für die Abteilung Der Blaue Reiter in der Städtischen Galerie Lenbachbachhaus, beleuchten im ersten Fünftel des Bandes die künstlerische Entwicklung der Protagonisten ebenso wie deren menschliche Verflechtungen bis zum Eklat am 2. Dezember 1911, als Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Franz Marc aus der Neuen Künstlervereinigung München austraten und mit der Organisation einer eigenen Ausstellung begannen. Dem Almanach Der Blaue Reiter wird breiter Raum eingeräumt ebenso wie den beiden Ausstellungen zum Jahresende 1911 und Jahresbeginn 1912, denen die Kenner Bahnbrechende Wirkung in der Modernen Kunst und für die Moderne Kunst attestieren. Das Auseinanderleben der Avantgardisten, der Kriegsausbruch 1914 und seine Folgen für die Künstler beenden die Ausführungen, die mit einem Dankeswort an Gabriele Münter, die dem Lenbachhaus die großzügige Schenkung ihrer Sammlung machte und damit dem Museum zur Weltgeltung verhalf, schließen.

Danach kann man sich dem Erleben der Gemälde hingeben. Die exzellenten Bildtafeln mit ausführlichen Kommentaren von Annegret Hoberg sind gruppiert nach den Künstlern Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky, Marianne von Werfekin, August Macke, August Macke, Robert Delaunay, Heinrich Campendonk, Alfred Kubin und Paul Klee, denen eine Kurzbiografie jedes einzelnen vorausgeht.

Lyrisches von Wassily Kandinsky, das Blaue Pferd von Franz Marc, Gabriele Münters Russen-Haus in Murnau, Alexej Jawlenskys Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, August Mackes Tegernseer Bauernjunge und viele weitere Arbeiten, die nicht nur das Auge ansprechen, sondern auch über den jeweiligen Entwicklungsstand ihres Schöpfers "berichten", finden ihren Abschluss in einer Auswahl von Arbeiten Paul Klees.

Abschließend fasziniert dann noch der Preis, der diese wunderbare Dokumentation einer wichtigen Umbruchphase in der deutschen Kunst für Kunstliebhaber und Freunde außergewöhnlicher Bilder erschwinglich werden lässt.

Das Buch ist im
Prestel Verlag erschienen.

Rezension: Rika Wettstein, Baden-Baden (www.bad-bad.de)


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