Hotel Stadt Straßburg in Baden-Baden
  Abbildung: © Wolfgang Peter

 


Hotel "Stadt Straßburg"

Die Lage seines Hauses im oberen Drittel der Graben- und späteren Sophienstraße schien Ludwig Friedrich Frantz durchaus geeignet, ein Hotel für die zahlreicher werdenden Gäste, die eine Unterkunft im Oostal suchten, zu bauen. Im Jahr 1835 wurde ihm die so genannte Realgastwirtschaftsgerechtigkeit übertragen, die ihn berechtigte, Gäste zu verköstigen und zu beherbergen.

Neben den Haus mit der heutigen Adresse Sophienstraße 26, das er seit dem Jahr 1832 bereits mit seiner Frau Theresia, der Witwe des Bierbrauers Sebastian Bertsch, bewohnte, entstand ein neues dreigeschossiges Gebäude mit einer großen Hotelterrasse zur Straße hin. Das Ehepaar Frantz nannte sein Hotel "Stadt Straßburg".

Ludwig Friedrich Frantz starb bereits im Jahr 1939. Vier Kinder und das Haus mussten versorgt werden, weswegen Theresia Frantz 1840 den aus einer Wolfacher Hoteliersfamilie stammenden Anton Schmid heiratete.

Theresia Schmid lebte allerdings nur noch bis zum Jahr 1845. Der Witwer heiratete kurz nach ihrem Tod Magdalena Conrad, mit der er nicht nur sechs Kinder hatte, sondern 20 weitere Jahre das Hotel führte.

Eines der sechs Kinder war Mathilde, 1847 geboren, die mit 22 Jahren Hermann Höllischer zum Mann nahm. Beider Sohn Fritz war nicht nur mit der Verlegerstochter Luise Koelblin, deren Vater um die Ecke, in der Stefanienstraße, das "
Badener Tagblatt" herausgab, verheiratet, er erwarb nach dem Ersten Weltkrieg auch das Hotel "Stadt Paris". Der einzige Sohn des Paares war in diesem Krieg gefallen. Beider Tochter Friedel hatte Werner Hambruch, der mit der Geschäftsführung des "Badener Tagblatts" betraut war, geheiratet.

Fritz Höllischer war bereits 1923 gestorben. Das Hotel "Stadt Straßburg" mit seinen 150 Betten wurde auch noch in einem Reiseführer von 1929 als Hotel "Ersten Ranges" angeführt, das mit Terrasse, Garten, Veranda, Zimmern mit Bädern und fließendem Wasser ganzjährig geöffnet und "gelobt" wurde. Bis zum Oktober 1939 war es in Betrieb. Dann setzte die Beschlagnahmung des Hotels für den Generalstab der Nationalsozialisten der 100jährigen Hoteltradition ein Ende.

Eine weitere Nutzung erfuhr es als Ausweichquartier für das im Zweiten Weltkrieg aus Karlsruhe evakuierte Altersheim "Friedrich Luisenstift". Einige Räume dienten auch als Büroräume für die Gefangenenverwaltung.

Bis Mitte der 1950er Jahre war das Gebäude von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. 1959 erfolgte die Umwandlung in ein Wohn- und Geschäftshaus. Die prägende Hotelterrasse wurde im Zuge dieser Veränderung abgebrochen. (RW)


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